Längst kein „Gnome light“ mehr: XFCE macht sich

24. März 2013

Die Gnome-2-Fans sind einfach nicht totzukriegen. Noch immer trauern sie mehrheitlich ihrem einst perfekten Desktop hinterher, für den es seit dem Wechsel zur Gnome-Shell einfach keine richtige Alternative mehr zu geben scheint.

Die Lösungen, um dem Dilemma zu begegnen, sind vielfältig: Die einen halten Gnome 2 unter dem neuen Namen Mate künstlich am Leben wie der Notarzt den gerade Gestorbenen – doch dem alten Desktop wieder Leben einzuhauchen ist noch nicht wirklich wieder gelungen. Oder sie entnehmen wie bei der Transplantation die wichtigsten Organe und versuchen sie in ein neues System zu implantieren – wie es gerade Consort versucht. Die anderen pimpen die Shell unter dem Label Cinnamon so lange, bis sie wieder annähernd wie Gnome 2 funktioniert. Noch andere basteln sich einfach selbst was, was sich wie Gnome 2 anfühlt. Und Ubuntu geht sowieso seinen eigenen Weg.

Vielleicht sollte man doch noch einmal einen Blick auf tatsächliche Alternativen werfen und sich komplett von Gnome entfernen. Denn das Festhalten, Nachbauen oder Zusammenstückeln an und von Gnome-Komponenten wäre gar nicht nötig. Schon längst gibt es eine bereitstehende Alternative, die nicht nur alte Gnome-Nutzer gerne willkommen heißt, da sie die von Gnome 2 gewohnten, traditionellen Arbeitsweisen bereithält, sondern sich auch noch kontinuierlich verbessert: Die Rede ist von XFCE.

XFCE neu entdeckt

In der Standard-Konfiguration sieht XFCE ähnlich aus wie KDE 1, Enlightenment oder auch Mac OS: Ein etwas dickeres Panel unten in der Mitte und wahlweise eine schmalere Taskleiste am oberen Bildschirmrand.


XFCE, wie es eigentlich aussieht

Fantastisch ist jedoch, dass sich XFCE mit wenigen Handgriffen auch äußerlich in einen Gnome-2-Klon verwandeln lässt. XFCE sieht dann Gnome 2 in seiner alten Standardansicht zum Verwechseln ähnlich – und lässt sich auch so bedienen. Sogar Linus Torvalds zählte während akuter Gnome-Unzufriedenheit einmal zu den XFCE-Nutzern.


XFCE – nicht Gnome!

So manche Distribution setzt von Haus aus auf eine Gnome-2-ähnliche Optik, z.B. Xubuntu oder Sabayon Linux. Debian und Fedora liefern hingegen natives XFCE aus und Open Suse und Mageia designen es windowsartig.

Innere Werte

Aussehen ist natürlich nicht alles. Doch auch funktional schließt XFCE immer weiter auf. Die Zeiten sind vorbei, in denen man XFCE als „Gnome light“ bezeichnen konnte. XFCE wird immer runder – und da Gnome 3 inzwischen immer mehr Funktionalität entfernt hat, ist es fast schon umgekehrt: Gnome-Shell ist quasi XFCE light.

Beispiel Dateimanager: Während Gnome Funktionen ausbaut, baut XFCE welche ein. Was Nautilus-Fans bei XFCEs Thunar bislang vermissten, ist seit Thunar 1.6.2 mit dabei: Thunar beherrscht nun endlich Tabs. Über das Kontextmenü lassen sich Ordner nun wahlweise auch in neuen Reitern öffnen.


Neuer Kontextmenüeintrag in Thunar


Thunar beherrscht nun Tabs

Die geteilte Ansicht, die man bei Nautilus jüngst entfernt hat, beherrscht Thunar allerdings noch nicht. Aber vielleicht kommt das ja auch noch. Auch ansonsten merkt man, dass an XFCE kontinulierich gefeilt und verbessert wird – beständig, ohne böse Überraschungen. Ein Merkmal, das früher Gnome für sich beanspruchen konnte.

Vor allem bei der Konfiguration und den Möglichkeiten der Panels hat sich in den letzten Versionen eine Menge getan. Einstellungen für Transparenz oder Farben lassen sich nun direkt in den Einstellungen auswählen, kryptisches Editieren in Theme-Dateien ist nicht mehr nötig. Neben den klassischen Panel-Ansichten gibt es bei XFCE nun auch die Einstellungsmöglichkeit als sogenannte „Deskbar“: Die Leiste lässt sich dabei vertikal am linken oder rechten Rand platzieren, die Größen der einzelnen Bereiche individuell anpassen.


Das Panel im Deskbar-Modus

Links und rechts konnte man die Leisten natürlich auch früher schon anordnen, doch erst jetzt mit dem Deskbar-Modus ist es auch erstmals sinnvoll möglich. Die Symbole laufen damit etwa über mehrere Spalten, die Taskleiste lässt sich stapeln. Auf diese Weise nutzt man den Platz auf breiten Monitoren effektiver und bekommt mehr Übersicht, als die schmalen Leisten oben oder unten dies bieten könnten.

Keine Kopie

Bei aller Ähnlichkeit ist XFCE natürlich keine Gnome-2-Kopie, auch wenn es vom Look ’n’ Feel her dennoch einen fantastischen Gnome-2-Ersatz darstellt – und entsprechend konfiguriert Gnome 2 sehr nahe kommen kann. Gerade weil weiterhin GTK 2 verwendet wird, ergibt sich mit den Anwendungen wie Open/Libre Office oder Firefox ein homogenes Desktop-Bild. Nutzt man XFCE mit dem Adwaita- bzw. Bridge-Theme, sieht es auch noch so schick aus wie Gnome 3 – und die aktuellen Gnome-Anwendungen fügen sich wunderbar in XFCE ein, wenn man nicht auf sie verzichten mag.

Die Bezeichnung „Gnome light“ war dennoch schon immer falsch. Das XFCE-Projekt ist älter als Gnome und genauso alt wie KDE. Auch wenn heute ebenfalls GTK als Toolkit eingesetzt wird, wodurch vor allem die Nähe zu Gnome begründet ist, und XFCE von Vielen oft als ressourcenschonendere Alternative zum größeren Gnome angepriesen wurde, ist der Ansatz ein ganz anderer. Konzeptionell war man immer etwas näher an KDE dran als an Gnome. Mehr Einstellungen statt weniger und viel Kontrolle und viele Optionen für den Benutzer. Dazu das klassische Unix-Desktop-Konzept ohne Designexperimente. Nichtsdestotrotz verwirklicht XFCE auch eigene Ideen, was sich z.B. eben gerade in jener Deskbar zeigt.

KDE oder Gnome sind „XFCE heavy“ – nicht umgekehrt. XFCE läuft auf aktuellen Systemen wunderbar und sehr schnell, dank eingebautem Compositor auch optisch sehr ansprechend. Dass es auch auf älteren Systemen weiterhin verwendbar ist, ist ein schöner Bonus, aber eigentlich nicht Ziel des Projekts. Dafür gibt es andere Lösungen.

XFCE ist im Kommen

Während selbst Linux-Experten mit der Gnome-Shell 10 Minuten brauchen, um eine simple Desktop-Hintergrundfarbe einzustellen, während Mate weiterhin etwas hakelig läuft, Cinnamon nur auf moderner Hardware lauffähig ist und LXDE zu spartanisch und wenig integriert daherkommt, füllt XFCE die Lücke, die Gnome 2 hinterlassen hat – und das mittlerweile sogar fast besser als das alte Gnome. Wenn man bedenkt, dass an XFCE nur ein Bruchteil dessen werkelt, was damals für Gnome 2 an Entwicklern bereitstand, dann ist das ein beachtliches Ergebnis.


aus der Kategorie: / Tratsch / XFCE & LXDE

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Kommentare

Irgendwie kann ich das ewige rumgenörgel an gnome 3 nicht mehr hören. Wird wohl zeit dass ich den planet aus meinem RSS reader rausschmeisse

— · 24. März 2013, 21:07

Ich setze seit Ubuntu 12.04 Xfce ein und habe letzten Sommer sogar das “reine” Xubuntu 12.04 installiert. Ich kann Deinem Beitrag nichts mehr hinzufügen, ich bin sehr zufrieden.

Andreas Ulrich · 24. März 2013, 21:27

Wie sieht denn das Einstellungsmenü aus (zB auch der Eintrag für den Drucker? Wie verhält sich XFCE bei mehreren Monitoren/Beamer standardmäßig und wie lässt sich das einstellen? Gibt es eine integrierte Suchfunktion ala gnome-do? Welche Möglichkeiten zum Fenstersortieren gibt es?
Das sind doch die Probleme so einer Oberfläche, nicht ein blöder Tab im Standarddateimanager… (btw, lässt sich thunar in xfce nicht auch durch nautilus ersetzen?)
Ich finde die gnome-shell alles andere als perfekt, aber wegen der “linken oberen Ecke” gebe ich ihr den Vorzug vor Unity mit toller Integration von Mail, Musikplayer etc.; vor Gnome 2, wo sich im fein abgestimmten Panel immer mal wieder alles verschoben hatte (siehe Problem Multimonitor/Beamer). Auch wenn das Einstellungsmenü das mit Abstand beste war. Gnome3 unter Ubuntu ist da ein Wunderwerk an Inkonsistenz, was sich wirklich nur noch Win8 geschlagen geben muss, die mal wieder wirklich den Vogel abgeschossen haben. (Für Leute, die das nicht kennen: Abgesehen von drei verschiedenen Einstellungsmenüs gibt es da Einträge, die man in dem einen Menü nicht ändern kann, wobei aber auch nicht verraten wird, wo man das nun ändern kann.)

— barbican · 24. März 2013, 21:42

Noch ein Nachtrag:
Ich habe letztens LXDE auf meinem Netbook dazuinstalliert, da ich auf einen Geschwindigkeitszuwachs gehofft hatte. Allerdings funktionierten da die Funktionstasten nicht oftb. Dadurch ist mir die Lust am Oberflächentest etwas vergangen. Wie sieht das bei XFCE aus, ist da zu erwarten, dass alles läuft, wenn es unter Unity lief?

— barbican · 24. März 2013, 21:46

Wie sieht denn das Einstellungsmenü aus (zB auch der Eintrag für den Drucker?

Umfangreich. Druckereinstellungen variieren je nach verwendeter Distribution.

Gibt es eine integrierte Suchfunktion ala gnome-do?
Nein. Es gibt Such-Plugins, der XFCE-Programmstarter beschränkt sich jedoch auf das Aufrufen von Programmen mit Autovervollständigung. Aber natürlich kann man Gnome Do auch mit XFCE nutzen.

Welche Möglichkeiten zum Fenstersortieren gibt es?
Die klassischen. Taskleiste, Fensterliste, Alt+Tab, virtuelle Desktops. Platzierung neuer Fenster auf dem Bildschirm gestaffelt, zentriert oder intelligent/Tiling-artig.

btw, lässt sich thunar in xfce nicht auch durch nautilus ersetzen?
Das ist möglich.

Allerdings funktionierten da die Funktionstasten nicht oftb. (…) Wie sieht das bei XFCE aus, ist da zu erwarten, dass alles läuft, wenn es unter Unity lief?

Schwer zu sagen, das hängt auch vom Gerät selbst ab. Persönlich konnte ich keine Probleme mit den Fn-Tasten bei der Kombination Ubuntu – XFCE feststellen. Zudem wurde die Tastaturverwaltung bei XFCE kürzlich erst noch einmal verbessert.

Pinguinzubehör · 24. März 2013, 22:13

Was spricht denn gegen MATE? Bisher läuft der Support gut, es sind auch neue Features in Planung. Mag alles etwas träge ablaufen im Vergleich zur Versionitis von Gnome 3.x, aber das stört bei LXDE ja auch niemanden.

Diese ganze Desktopgeschichte ist aber auch ein Luxus-Problem. Gnome Shell, KDE, XFCE, Exoten wie i3…alle mir bekannten Desktops fand ich bisher super, jeder auf seine Art. Man muss sich schon sehr anstrengen, um wegen der Entwicklung von Gnome 2 zu Gnome 3 in Verzweiflung zu verfallen.

— Georg · 24. März 2013, 22:49

Benutzte Xubuntu seit 9.04 auf einem X41t und kann diesem Beitrag nichts hinzufügen…alles gut beschrieben…

zudem wie ich finde auch eine gute Einstiegslösung für alle die ab & an auch hinter die Kulissen schauen wollen, aber trotzdem, bspw. wie ich gerade mit Unix-Systemen anfangen, oder begonnen haben sich wirklich damit zu beschäftigen…

— bartleby · 24. März 2013, 23:33

“Während selbst Linux-Experten mit der Gnome-Shell 10 Minuten brauchen, um eine simple Desktop-Hintergrundfarbe einzustellen”

Gerade mal probiert … geht unter 1 Minute. Bin ich jetzt der Super-Linux-Gnome-Shell-Experte und komme ich jetzt ins Fernsehn? ;-)

Mal im Ernst, es ist nicht wirklich schwierig den Hintergrund zu ändern und davon abgesehen, wie oft stellt der Otto-Normal-Verbraucher denn den Hintergrund um?

Es ist schön das du uns Alternativen zur Gnome-Shell zeigst. Alternativen sind immer gut. Aber ohne deinen Feldzug gegen die Gnome-Shell wären die Artikel um einiges seriöser, insbesondere wenn du solche Beispiele wie das Umstellen des Hintergrundes bringst, die einer Überprüfung in der Realität nicht stand halten.

— Partygast · 25. März 2013, 04:10

Auch ich hatte keine Mühe die Hintergrundfarbe einzustellen.

“Supertaste” -> Darstellung tippen -> öffnen -> Hintergrund ändern

Dauert 10 Sekunden. :-)

Ich mag das Gnome 3 Konzept auch nicht so ganz und empfinde das ganze “geswitche” zwischen Menu und Desktop als sehr mühsam. Genau wie bei Windows 8, aber mit Unity hat man doch bei Ubuntu schon eine gute Alternative zu Gnome3.

Ich, auf jedenfall, mag Unity, weil es eine gute Mischung aus modern und althergebracht ist.

Andi · 25. März 2013, 06:39

XFCE wird immer mehr zur (besseren) Alternative. Leider funktioniert mein Brother-Drucker (HL-1250) seit Xubuntu 12.04 nicht richtig und ich bin zur Zeit noch auf Debian angewiesen. Bald jedoch erscheint Debian 7 und ich werde mir die XFCE-Version herunterladen.
Xubuntu 13.04 oder 13.10 werde ich mir natürlich auch näher ansehen – ich habe aber die Befürchtung, daß es weiterhin Probleme mit dem Drucker geben wird.

Unity finde ich vom Konzept her eigentlich auch gar nicht so schlecht, aber es scheint immer noch ziemlich verbuggt zu sein, jedenfalls ist das mein Eindruck.

— Torsten · 25. März 2013, 07:49

> LXDE zu spartanisch und wenig integriert daherkommt

Man sieht, daß Du Dich kaum bis gar nicht mit LXDE bzw. Lubuntu befaßt hast. Das mußt Du ja auch nicht, aber dann schreibe nicht solch unhaltbares! Gerade die Integration in Lubuntu dürfte eine der besten, wenn nicht gar die überzeugendste sein.

axt · 25. März 2013, 08:14

> Leider funktioniert mein Brother-Drucker (HL-1250) seit Xubuntu 12.04 nicht richtig

Gerade auch Brother bietet mit HP die beste Linux-Unterstützung. Für den HL-1250 ist unter Ubuntu und seinen offiziellen Derivaten einfach nur 1 Paket über Paketverwaltung zu installieren:

sudo apt-get install brother-cups-wrapper-laser1

uu-de hat dazu einen Wiki-Artikel: http://wiki.ubuntuusers.de/Brother/Drucker

Hast Du trotzdessen Probleme, starte einen Thread im Forum!

axt · 25. März 2013, 08:20

Sehr schön beschrieben, ich bin seit dem Auslaufen von Gnome2 auch zu Xfce abgewandert. Eine Ergänzung vielleicht: Ich finde den Texthintergrund bei den Desktop-Icons ziemlich gewöhnungsbedürftig. Eigentlich ist es eine nützliche Sache, aber irgendwie hab ich da eine Assoziation mit Win98 und dadurch mit etwas extrem altem und hässlichem. Auch Gnome2 hat keinen Texthintergrund vor den Desktop-Icons. Kurz, dieser Hintergrund lässt sich auch abschalten wie hier beschrieben: https://wiki.archlinux.org/index.php/Xfce#Transparent_Background_for_Icon_Titles

— PhotonX · 25. März 2013, 08:35

Auch ich habe seit Ubuntu 12.04 xfce installiert. Mit 12.10 bin ich komplett umgestiegen auf Xubuntu.

Ich bin sehr zufrieden und kann Andreas Ulrich nur beipflichten.

— Kuni · 25. März 2013, 12:06

Unglaublich, ich hätte nie gedacht dass die Entwickler doch nochmal Tabs in Thunar einbauen.
Früher hatten die sich dagegen gesträubt und sich trotz allen Flehens der Nutzer davor geekelt wie der Teufel vorm Weihwasser….

— Amarok der III. · 25. März 2013, 12:45

Durch den tief im Desktop Environment verwurzelten sogenannten ‘Dateimanager’ Thunar, der nicht einmal eine Suche nach Dateien ermöglicht ist XFCE grudsätzlich funktionsengeschränkt und das sture Festhalten an Thunar ist wohl nur als Starrsinn der XFCE Entwickler zu betrachten, Thunar ist und bleibt größtenteils unbrauchbar und lässt sich in XFCE nur mit tiefen Eingriffen und viel Gefrickel zu 95% durch andere Dateimanager ersetzen.

An der geplanten Umstellung auf GTK 3.x wird XFCE schwer zu knappsen haben, denn GTK 3.x wird von den Gnome ‘Entwicklern’ absichtlich von Version zu Version verändert, damit niemand auf die Idee kommt, ihren ‘Brand Identity’ zu verändern. Dadurch nehmen die Gnome Entwickler , die m.E. gerade massiv dabei sind, Linux als Desktopsystem soviel Schaden wie möglich zuzufügen auch auf andere DEs Einfluss.
Geradzu unglaublich steht hier die Aussage des Gnome 3 Oberdesigners und Hüter der von ihm diktatorisch festgelegten Gnome Markenidentität William Jon McCann im Raume, er wisse nicht wer oder was XFCE überhaupt ist.

MATE ist übrigens keineswegs ein künstlich am Leben gehaltener Gnome 2 Klon, es ist eine aktiv gepflegte und weiterentwickelte Desktopumgebung und DIE Möglichkeit für jeden Gnone 2 Freund, seine gewohnte Desktopumgebung weiterhin zu benutzen. MATE hat ein aktives Team von Entwicklern, so denen übrigens auch der Kppf von Linux Mint, Clement Lefebvre gehört.

— Jean Horten · 25. März 2013, 14:41

Ich bin erst 2009 zu Ubuntu gestossen und war zuerst vor allem fasziniert von der Einfacheit der Installation (die ich so nicht erwartet habe) und dann den Möglichkeiten der Modifikation.

Gnome2 empfand ich als sehr gut benutzbar. Für jemanden der es gewohnt ist mit 10 offenen Fenster unter Windows zu arbeiten, sind virtuelle Desktops eine Erfüllung. Auch das verschieben und vergrößeren von Fenstern, was ich recht häufig mache, klappte genau so wie ich es unter WinXP gewohnt war.

Da ich sehr viel und gern auch längere Texte am PC lese, benutze ich häufig die Maus, um z.b. zu Scrollen oder die Fenstergröße entsprechend derTextmenge anzupassen.

Dann kam Unity!

In den ersten Wochen empfand ich es noch als positiv. Gute Ideen. Aber dann – im Detail wurden alle meine Bedienkonzepte entfernt.

Die fehlende Taskleiste konnte ich noch entbehren SUPER-W fand ich sogar schick. Aber die overlay Scrollbar ist für mich als Destopbenutzer mit Maus ein großere Mist. Ich klicke oft in die Scrollbar und greife nicht den Scroller. Was nun nicht mehr ging.
Fenster klein machen und wieder vergrößern, war nur noch über z.T. unsichtbare Schaltflächen möglich. Das verschieben wurde Glücksache, da es keine sichtbare Titelleiste mehr gibt. Keine Menüeinträge mehr, nur wenn man das Fenster fokusierte und die Maus zum oberen Panel bewegt kommt ein Menü.

Als dann ein Versionsupdate das ganze System zerschoss (wofür man dann hinter her in Foren hämische Kommentare bekommt, nach dem Motto selbst Schuld wenn man eine “Betaversion” installiert – der Knopf wurde im Update Manager angeboten! Ich kenne mehrere denen dadurch ihre Linuxbegeisterung beendet wurden). Entschied ich mich für den Umstieg und es war klar – ich brauch Gnome2, d.h. Debian 6

Ich kann mir nicht helfen, Debain 6 ist für mich das beste System. Mir graut es vor’m Nachfolger und daher lese ich solche Artikel sehr aufmerksam und bin auch immer am probieren.

Das Gnome3 mir nicht auf dem Desktop kommt ist schon klar. Ich habe einen relativ grossen Monitor und brauche keine 2×2 cm grossen schliessen Button. Da stattdessen dann kein Button zum minimieren existiert und das die Maus ständig ganz an den Rand muss ergibt alles keinen Sinn.

Das sind alles Verhaltensmuster, die auf einem Tablet vielleicht richtig sind, aber mit der Maus nicht so.

Xubuntu nutze ich auch auf einem anderen Rechner und bin halbwegs zufrieden. Aber es gibt mehr kleinere Probleme wie mit Gnome2.

Schön dass ich hier einige Artikel und Debatten zu dem Thema finde.

Das es schnell polemisch wird, liegt wohl daran, dass es ganz einfach grundsätzlich unterschiedliche Bedienkonzepte gibt. Da wird es auch nicht Einigkeit geben. Das blöde ist halt, dass das Konzept, dass sich mit Gnome2 fast perfekt erfüllen ließ, nun dem Tode geweiht ist.

Für mich ist klar kein KDE, Unity oder Gnome3 – damit sind die Oberflächen der häufigsten Linuxe erstmal weg. Und man muss darauf hoffen, dass eine andere ähnlich gut integriert und ähnlich stabil ist. Ich seh da noch keine endgüliges Ende. Sei es XFCE oder LDXE, wirklich ein Ersatz für Gnome2 sind die nicht.

Und deshalb wird auch so gejammert, wir die mit Gnome2 gut zurecht kamen und mit dem neuen Konzept nicht, müssen jetzt suchen. Das Gute: Wir können es wenigstens.

— Struppi · 25. März 2013, 16:41

Gerade die Integration in Lubuntu dürfte eine der besten, wenn nicht gar die überzeugendste sein.

Damit war gemeint, dass LXDE aus ursprünglich unabhängigen Einzelkomponenten besteht. Beispiel: Ändert man das Theme/die Farben des Stils, hat das 0 Auswirkung auf die Fensterdeko (da der Fenstermanager eben nicht der LXDE-Fenstermanager ist, sondern Openbox). XFCE übernimmt hingegen auch die GTK-Farben für die Titelleisten.

Pinguinzubehör · 25. März 2013, 19:18

Was Nautilus-Fans bei XFCEs Thunar bislang vermissten, ist seit Thunar 1.6.2 mit dabei: Thunar beherrscht nun endlich Tabs.

Mal wieder lieber GNOME gebasht als recherchiert?

Tabs kamen mit Thunar 1.5.1

http://mail.xfce.org/pipermail/xfce-announce/2012-October/000227.html

— isch · 25. März 2013, 22:33

Hat denn niemand von Euch “Catfish” gefunden zum Suchen von Dateien?! Ich kann dazu auch die Lektüre empfehlen http://wiki.ubuntuusers.de/Catfish#Einbinden-in-Dateimanager

— sonnenschutz · 26. März 2013, 11:15

Danke @ Sonnenschutz, dass wollt ich auch grad anfügen. Mich wundert das partielle Thunar gebashe, bis auf die zwei Fensteransicht hatte ich bspw. noch nie Probleme mit selbigem…Hoch anpassbar (auch wenn man da ab und an weg von ner Gui muss), schnell und stabil, kann inzwischen auch mit entfernten Orten umgehen, sogar sftp…

Evtl. habe ich irgendwas tolles, das man(n) unbedingt haben sollte übersehen? Klärt mich auf und wenn Kritik, dann doch bitte auch für Laien, damit ich weiß, was ich vermissen sollte…;-)

— bartleby · 26. März 2013, 13:01

XFCE ist wie ich finde die DE die auf Durchweg allen PC’s /laptops/Netbooks läuft. Rennt sogar auf meinen Medion E1210 und auf einem alten Laptop mit 512 MB Ram sehr schnell^^

— Dicker1 · 26. März 2013, 20:46

Am 27. März 2013 erschien:
http://www.heise.de/ix/meldung/Ubuntu-Stallman-laesst-nicht-locker-1831662.html

Noch am gleichen Tag war ich auf deinen Blog, diesen Artikel hier über Xfce, gestossen. Debian Wheezy mit Xfce gezogen, dd /dev/sdb. Seit dem war es geschehen.

Krass, vor sieben Jahren hatte ich ein ähnliches Gefühl, weg von Win, mit Gnome2 und Ubuntu in eine neue, besser Wohlfühlwelt ein zu tauchen.

Xfce ist genial, weil es tut. An dieser Stelle, ein grosses Dankeschön an den Blogger hier, die Debian-, Xfce- und alle anderen OpenSource Entwickler.

Weiter machen! Bug#1 ist stark angeschlagen ;)

— me · 7. Mai 2013, 00:46

Hey super Beitrag!

Solche Artikel sind wichtig und helfen XFCE weiter zu verbreiten.

Ich installiere aktuell auch auf neuer Hardware wie z.B. i7, 16GB RAM und SSD nur noch Debian wheezy mit XFCE… schneller und stabiler geht es nicht mehr ;)

Lg

Moritz · 15. Juni 2013, 22:30

Habe auf diverser Hardware Xfce in Betrieb, auch im 2-Monitor-Betrieb. Nein, es ist nicht trendy, sexy, hipp oder was auch immer, aber man kann damit wunderbar produktiv arbeiten.

— ati · 16. Juni 2013, 08:38

Eine Kleinigkeit fehlt in Thunar noch: die Anzeige, wie groß eine Datei ist bzw. wie viele Dateien ein Ordner enthält. Aber ich nehme an, daß das auch bald kommt. In einer ganzen Menge Distros zeigt Caja partout keine Thumbnails von Videos an. Da muß man dafür zu Thunar greifen. Es ist schon seit 4.8 zu merken, daß daran gearbeitet wird, GNOME 2 ähnlicher zu werden. 4.10 ist zu gefühlten 85 % schon ein solches. Mit 4.12 wird es wohl kaum noch Unterschiede geben, und 4.14 könnte dann vielleicht sogar MATE überflüssig machen…

— Oscar alias xpenguin · 13. August 2013, 02:15

Ich nutze Xfce schon länger und habe auch andere DM auf unterschiedlicher Hardware getestet. Xfce bleibt mein Favorit, den es ist recourcenschonend (mein Rechner, auf dem ich diesen Beitrag schreibe, ist über sechs Jahre alt, mit XFCE 4.8) und das Beste: Xfce wird von Version zu Version besser. Danke an die Entwicklergemeinde und danke für den Beitrag, der diese Entwicklung würdigt.

— · 31. August 2013, 17:58

Der Mate-Desktop läuft in keinster Weise “hakelig”. Im Ursprung entspricht Mate dem Gnome 2.32 1:1. Inzwischen wurden einige wenige Features ergänzt (wie z. B. Dropbox Support für Caja (dem Dateimanager).

Es ist schön wenn dir der XFCE Desktop zusagt, andere im Text aber unnötig schlechter zu machen halte ich für Fragwürdig. Wenn XFCE nur gut ist indem man andere DE’s schlecht macht ist wohl auch nicht besonders.

— Kerstin Wagner · 6. November 2013, 12:05

Der Mate-Desktop läuft in keinster Weise “hakelig”.

Beim letzten Test kam es mir leider exakt so vor. Aber es ist bald mal wieder Zeit für einen frischeren Blick auf Mate, dann schauen wir mal, was sich inzwischen getan hat.

Pinguinzubehör · 6. November 2013, 22:06

Zitat “ Cinnamon nur auf moderner Hardware lauffähig ist “ Das halte ich mal für ein wildes Gerücht.

Ich besitze ein 6 Jahre altes HP-Notebook, da bekommt man ohne grösseres Gefrickel KEIN Ubuntu mit Unity auf Anhieb ans laufen !!

uBuntu mit Unity 14.04 war kurz nach dem Start kein keyboard und keine Maus mehr verfügbar.

Die xfce Variante schmierte schon nach 5 Minuten Live CD betrieb sang und klanglos ab.

Cinnamon und Mate laufen beide auf meiner betagten Hardware absolut rund und flüssig.

Caja (Nautilus) kann vernünftiges Netzwerk-Browsing was Thunar und Pcmanfm bis heute noch nicht so richtig checken.

Usability, Funktionalität und Speed ist das was für mich Zählt. Und kein sche… Buntu !

Eddy · 20. April 2014, 17:59

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